Reginas Gedanken über den Kompromiss… oder: du kriegst von mir nicht, was du willst

//Reginas Gedanken über den Kompromiss… oder: du kriegst von mir nicht, was du willst

Reginas Gedanken über den Kompromiss… oder: du kriegst von mir nicht, was du willst

„Dir kann man es auch nie recht machen!“, wirft er ihr verärgert vor.

In diesem Fall dreht er den Spieß um und klagt sie für das an, was er tut: er will und wird ihr nicht geben, was sie will oder sich von ihm wünscht.

Mag sein, dass er das ein oder andere für sie tut. Beispielsweise repariert er ihr Fahrrad. Aber sie wünscht sich Blumen. Er findet: das ist doch ein guter Kompromiss. Er tut doch etwas für sie. Also soll sie sich nicht beklagen. Sie findet: das Fahrrad kann sie auch in die Werkstatt geben. Aber sich Blumen selbst zu kaufen ist schön, jedoch nicht so beglückend, wie sie geschenkt zu bekommen.

Ein anderes Paar. Sie: „Wir sind so verschieden in unseren Interessen und Bedürfnissen. Da kommen wir nicht umhin, überall Kompromisse zu finden.“  Beispielsweise liebt sie es, mit der ganzen Familie den freien Tag zu Hause zu verbringen, jeder macht etwas für sich oder man macht etwas miteinander, wonach einem gerade ist, für sie der Inbegriff von Geborgenheit und einem wundervollen Tag. Er liebt es, mit ihr raus zu gehen, auf Feste und Festivals, sich mit Menschen zu umgeben, neue Menschen kennenzulernen, unterwegs zu sein, etwas zu erleben.

Die Definition von Kompromiss lautet: Übereinkunft durch gegenseitige Zugeständnisse. Bedeutet: ich räume dir etwas ein, du mir und beide verzichten wir auf Teile dessen, was wir eigentlich wollen.

Sie versucht, für alles Kompromisse zu finden und erlebt sich damit als eine Partnerin mit hoher Bereitschaft, auf ihn einzugehen. Leider kann ich diesem Selbstbild nicht zustimmen: da der Kompromiss immer einen Teilverzicht beinhaltet, bekommt auch er nicht, was er will oder sich wünscht. Auch sie zeigt mit ihrer Haltung: -wir brauchen immer einen Kompromiss- keine Bereitschaft, ihm zu geben, was er mag.

Im oben genannten Beispiel einigt sich das Paar vielleicht darauf, häufiger Partys oder Geselligkeiten zu Hause zu veranstalten. Sie kann zu Hause bleiben und er hat das Erlebnis mit anderen. Schade. Beide haben nicht, was ihnen ein positives Lebensgefühl gibt. Damit will ich nicht sagen, dass ich nichts von Kompromissen halte. Im Gegenteil, oft sind sie sinnvoll. Aber wir müssen uns klar machen, dass im Kompromiss beide nicht bekommen, was sie wollen.

Eine andere Wirkung erzielt man, wenn man mal das Bedürfnis des einen, beim nächsten Mal das des anderen umsetzt. Diesen Sonntag gehen wir auf das Straßenfest. Nächsten Sonntag bleiben wir daheim.

Allerdings wird dies schwieriger, wenn es um die großen Unterschiede geht: er möchte unbedingt Kinder, sie auf keinen Fall. Sie will die Heirat mit ihm ganz allein und heimlich, er will ein großes rauschendes Fest…

Manchmal hilft nur die Frage: was bin ich bereit, auf mich zu nehmen, um meinen Partner glücklich zu machen, ehrlich und von Herzen…

By |2018-10-11T07:34:48+00:00Oktober 11th, 2018|Paare|0 Comments

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