Die, die mich kennen, wissen, dass ich es liebe, Romane über Menschen zu lesen. Gerade tauche ich aus einem auf, der mich berührt hat. Nicht zuletzt wegen folgender Szene:
… ein Mann bezieht sich seiner Frau gegenüber auf etwas, was er längere Zeit zuvor über sie gesagt hat, womit er ihr sehr weh getan hat. Er sagt: „ „ … Das ( was er gesagt hat ) stimmt nicht. Ich war so wütend.“ Es sei einfach das Schlimmste gewesen, das ihm eingefallen sei. … „Ich kann dich nicht bitten, mir zu vergeben. Das lässt sich nicht entschuldigen. Du sollst nur wissen, dass ich begreife, was ich getan habe, und dass ich, was auch immer wir am Ende tun werden, mein Leben in dem Wissen neuaufbauen muss, dass ich meiner eigenen Frau gegenüber absichtlich grausam gewesen bin.“ “
Jede und jeder von uns muss das eigene Leben genau darauf aufbauen: dem Wissen, den Menschen gegenüber, die uns am wertvollsten sind, in unserer Wut grausam gewesen zu sein. Es ist das, was am schwersten ist, sich selbst einzugestehen ( und noch schwerer, es der Person, gegen die wir grausam waren, zuzugeben ). Aber allein schon die Konfrontation damit, zu sehen, wie grausam wir gehandelt haben, wie sehr wir jemanden verletzen wollten, macht einen riesigen Unterschied in unserem Bewusstsein und damit in unserem Handeln. Es macht uns demütiger, weniger selbstgerecht und wir hören auf, andere zu verurteilen, weil wir wissen, dass wir auch nicht besser sind.
Mir ist noch niemand begegnet, der ohne diese Grausamkeit ist. Jedoch sehr viele, die schwer von ihrem guten Selbstbild lassen können, und anderen deshalb in der irrigen Überzeugung gegenübertreten – und diese auch lautstark vertreten:
- Es nicht so gemeint zu haben – doch es war genauso gemeint: ich wollte dir gerade weh tun!
- Weil du … konnte ich nicht anders – als ob jemals jemand anderes für unser Verhalten verantwortlich sein könnte!
- Du bist aber auch empfindlich – wie perfide, das Gegenüber nicht nur zu verletzen, sondern noch eine weitere Verletzung nachzuschieben!
- Ja, ich habe dich verletzt, aber doch nicht mit Absicht – doch, genau das ist unsere Absicht, wenn wir uns ärgern oder wütend sind!
- …
Das obige Zitat ist aus dem Buch: „Was wir wollen“ von Meg Mason